Wie das Leben in die Sahel-Zone zurückkehrt
Baku, den 5. Juli (AZERTAG). Erneut bedroht eine katastrophale Dürre die Menschen am Südrand der Sahara. Dabei gibt es sinnvolle Entwicklungsprojekte, die zeigen, wie man der Trockenheit begegnen und die Region begrünen kann.
Die Sahel-Zone ist von erdrückender Dürre getroffen. Wieder einmal. Wie schon in den 70er-und erneut in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Seit Menschengedenken sind die Menschen in der Region dem Wechsel von reichlichem und spärlichem Regen ausgesetzt.
Die langen Wetterzyklen bestimmen wie in wenigen anderen Gebieten der Welt über das Wohl und Wehe der ansässigen Bevölkerung, weil ihre Nahrungsgrundlage, der Ackerboden, in sehr hohem Maße vom Regen abhängt. Geringer Niederschlag bedeutet geringe Ernteergebnisse - oder auch mal gar keine. Längst dringen wieder Bilder zu uns, die Erinnerungen wecken an die großen Hungersnöte vergangener Jahrzehnte.
Sinnvolle Entwicklungsprojekte-Dabei haben uns gerade die letzten Jahrzehnte gezeigt, dass die Lage für die Einwohner von Mali, Burkina Faso, Niger oder den anderen Sahel-Staaten nicht vollkommen hoffnungslos ist, auch, dass die Menschen ihr Schicksal nicht untätig hinnehmen müssen. Zum einen haben die Niederschläge der Region im langfristigen Mittelwert in den letzten zwei Jahrzehnten eher zu- als abgenommen.
Sie haben mit dazu beigetragen, dass die Sahel-Zone an vielen Abschnitten mit ihrem spärlichen Grün in die vegetationslose Sahara-Wüste hineinwächst, wie uns Satellitenbilder zeigen. Dass dies so ist, liegt allerdings nicht nur an dem leicht angestiegenen Niederschlag. Es ist gleichzeitig ein Erfolg sinnvoller Entwicklungsprojekte.
FMNR, die Abkürzung steht für Farmer Managed Natural Regeneration, frei übersetzt etwa: Bauern sorgen für natürliche Regenerierung. Hinter den vier Buchstaben verbirgt sich ein Programm für eine nachhaltige Bodenverbesserung im Grenzbereich zwischen Sahel und Sahara, ins Leben gerufen zu Beginn der 80er Jahre von Tony Rinaudo, einem australischen Agrarfachmann, der als Entwicklungshelfer in der Region tätig war.
Ausgerechnet damals, als auf dem Höhepunkt einer der vergangenen großen Dürreperioden viele Menschen abgewandert waren, als sie keine Hoffnung mehr auf ihrem austrocknenden Acker sahen, als die Grundwasserpegel überall rasch abgefallen waren, da konnte Rinaudo mit Unterstützung der Behörden in mehreren Ländern die Bauern bewegen, zurückzukehren, ihre Böden wieder tragfähig zu machen.