Bangladesch: Im Lager erstmals Menschen positiv auf Coronavirus getestet
Baku, 16. Mai, AZERTAC
Die rund 5000 Bewohner von Cox's Bazar in Bangladesch dürfen das Flüchtlingscamp nicht verlassen, auch Besucher dürfen nicht hinein. Die Behörden riegelten einen Teil des Lagers ab, weil dort erstmals Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Nur Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, die Nothilfe leisten, dürfen rein und raus.
Es handle sich bei den Infizierten um einen Rohingya-Flüchtling aus dem benachbarten Myanmar und einen Einheimischen, der ebenfalls im Lager lebe, sagten die zuständigen Behörden der Nachrichtenagentur dpa. Die beiden würden in ein Isolationszentrum innerhalb des Lagers gebracht. Zweitausend ihrer engen Kontakte sollten demnach ebenfalls in Quarantäne. Die Behörden bemühten sich, die Kontakte des infizierten Lagerbewohners nachzuverfolgen, sagte der örtliche Regierungsvertreter, Mahfuzar Rahman.
gelten, die Zahl der Helfer wurde dennoch reduziert. Die Menschen würden per Radio, mit Videos und Postern über Schutzmöglichkeiten aufgeklärt, hieß es vom Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Hilfsorganisationen sorgten dafür, dass es für die Bewohner mehr Möglichkeiten zum Händewaschen mit Seife gebe.
Die meisten der Rohingya-Muslime waren vor der Verfolgung im buddhistisch geprägten Myanmar nach 2017 ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Uno-Ermittler sprechen von einem "anhaltenden Völkermord". Die Führung von Myanmar bestreitet das.
In Bangladesch ist die Zahl der Infektionsfälle in den vergangenen Tagen stark gestiegen. Bislang infizierten sich nach offiziellen Angaben fast 19.000 Menschen mit dem Virus, etwa 300 Menschen starben.
Hilfsorganisationen warnen vor einer raschen Ausbreitung des Virus. Im ganzen Land mit seinen 160 Millionen Einwohnern gebe es gerade einmal geschätzte 2000 Beatmungsgeräte, hieß es von Save the Children. In den Rohingya-Lagern gebe es zudem zurzeit überhaupt keine Intensivpflegebetten.