Coronavirus-Weltweit mehr als 300.000 Menschen infiziert
Baku, 22. März, AZERTAC
Das Coronavirus wurde weltweit bisher rund 305 000 Personen nachgewiesen, rund 13 000 Todesopfer wurden gemeldet. Etwa 92 000 Menschen sind wieder geheilt.
Kein Land entgeht den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) spricht beim Coronavirus vom größten Wirtschaftsrisiko seit der Finanzkrise. Die Maßnahmen, um das Virus einzudämmen, werden zu einer tiefen Rezession führen. Wie schlimm die Krise genau wird, ist unmöglich abzuschätzen und hängt stark davon ab, wie lange der Kampf gegen das Virus noch weitergehen wird. Besonders stark betroffen ist die Luftfahrtindustrie, aber auch Unternehmen der Tourismusbranche sowie kleinere Firmen und Selbständige sind in ihrer Existenz bedroht.
Doch die Regierungen und Notenbanken in den Ländern bleiben nicht untätig. Viele Notenbanken haben die Leitzinsen drastisch reduziert und fluten die Anleihen- und Aktienmärkte mit Geld. Auch Regierungen versprechen betroffenen Unternehmen Soforthilfe und verteilen ihren Bürgern gar direkt Geld. Was die einzelnen Maßnahmen genau bewirken, lesen Sie hier.
Weltweit hat das Coronavirus auch die Börsen fest im Griff: Nach den deutlichen Kursverlusten in den vergangenen Wochen, rutschen die Aktienmärkte weiter ab. Die Unsicherheit an den Börsen ist groß und die Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr. Anleger sollten daher tief durchatmen und diese Tipps befolgen.
Weltweit wurden des Virus zahlreiche Großveranstaltungen abgesagt oder verschoben. Darunter etwa der Eurovision Song Contest, die Fußball-Europameisterschaft sowie zahlreiche andere Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich.
Bei etlichen anderen Anlässen wie den Olympischen Sommerspielen in Japan, die ab 24. Juli stattfinden sollen, ist unsicher, ob sie durchgeführt werden können. Der Olympische Fackellauf hat bereits Mitte März begonnen.
Das ist zurzeit noch nicht abzusehen und liegt an einer Reihe von Faktoren, die sich zudem von Land zu Land unterscheiden dürften. So spielen Eigenschaften des Virus, die man noch nicht endgültig kennt, ebenso eine Rolle wie die Fragen, wie lange sich das Virus unentdeckt ausbreiten konnte/kann, wann welche Maßnahmen ergriffen wurden/werden und wie strikt diese befolgt werden. In der weiteren Entwicklung dürften auch Medikamente den Verlauf beeinflussen.
In Wuhan beispielsweise, wo drastische Maßnahmen ergriffen worden waren, scheint das Virus seit Ende Februar/Anfang März eingedämmt zu sein, also knapp zwölf Wochen, nachdem die ersten Infektionen aufgefallen waren.
Das ist schwierig zu sagen, da sich derzeit viel verändert und man erst in einigen Monaten sagen kann, ob das Virus wirklich besiegt wurde. Was man aber sehen kann, ist, dass asiatische Staaten wie Taiwan, Vietnam, Hongkong und Singapur trotz der Nähe zu China weniger Coronavirus-Fälle haben als ihre Nachbarn. Dies hat damit zu tun, dass diese fünf Länder vorbereitet waren. Asien erlebte in den vergangenen zwei Jahrzehnten drei größere Epidemien: Sars in den Jahren 2002 und 2003, die Schweinegrippe (H1N1) in den Jahren 2009 und 2010 und Mers im Jahr 2015. Viele Länder Asiens modernisierten ihre Krisenreaktionspläne für solche Epidemien, investierten in die Forschung und tauschten sich gegenseitig aus. Die Erfahrungen dieser Epidemien lehrten die Länder, dass sie schon früh starke Einschränkungen treffen müssen.
Das Coronavirus versetzt die Menschen in eine neue Realität, und die Maßnahmen, um die Verbreitung zu verhindern, schränken die Bewegungsfreiheit massiv ein. Doch die neue Lage bringt auch positive Nebeneffekte mit sich:
Das Arbeiten von zu Hause aus wird von vielen Arbeitgebern gefördert und toleriert. Unnötige Sitzungen auf der ganzen Welt fallen aus, und digitale Arbeitsweisen verbreiten sich schnell.
Der Hypothekarmarkt verändert sich durch die tieferen Leitzinsen auf der ganzen Welt drastisch. Durch die expansiven Maßnahmen der Notenbanken verbilligen sich für viele Menschen die Kreditraten.
Die Umwelt profitiert von den stillgelegten Fabriken, von weniger Touristen und dem praktisch eingestellten Flugbetrieb.
Die Nachbarschaftshilfe erlebt einen Boom. Menschen bieten anderen an, Einkäufe oder andere Besorgungen zu erledigen, oder übernehmen die Kinderbetreuung.
Entschleunigung im Alltag. Viele Menschen haben weniger Termine und damit mehr Zeit für sich.
Die Entwicklung eines Impfstoffs teilt sich grob in drei Phasen auf: eine Forschungsphase, eine klinische Phase und die Zulassungsprüfung. Zusammen dauern diese gewöhnlich mindestens zehn Jahre.
Beim Impfstoff gegen Sars-CoV-2 profitieren die Forscher aber von Arbeiten, die im Rahmen der Entwicklung von Sars- und Mers-Impfstoffen erfolgt sind. Da diese Viren viel Ähnlichkeit mit dem neuen Erreger haben, hoffen Experten, dass sich die Entwicklungszeit deutlich reduzieren lässt, im besten Fall auf etwa ein Jahr.
Tatsächlich stehen die ersten Impfstoffe bereits am Anfang der klinischen Phase, in der an wenigen Personen überprüft wird, ob sie sicher sind, keine gefährlichen Nebenwirkungen verursachen und trotzdem eine Immunreaktion auslösen. Letztgenanntes ist ein Hinweis auf die Wirksamkeit.