Foxconn-Fabrik nimmt Betrieb wieder auf
Peking den 25. September (AZERTAG). Der Apple-Zulieferer Foxconn bemüht sich um die Rückkehr zur Normalität. Zwei Tage nach der Massenschlägerei in einer Fabrik in Taiyuan geht die Produktion weiter. Ein Arbeiter berichtet von heftigen Konflikten mit Management und Wachpersonal: „Wir allen haben diese Wut auf sie.“
Nach der Massenschlägerei in einem Werk des taiwanischen iPhone-Produzenten Foxconn hat die Fabrik am Dienstag wieder die Produktion aufgenommen. Wegen der Auseinandersetzungen in der Stadt Taiyuan, an denen bis zu 2000 Mitarbeiter beteiligt waren, hatte die Arbeit am Montag zunächst geruht.
Die Krawalle hatten nach Angaben der Polizei am späten Sonntagabend in einem unter privater Leitung stehenden Wohnheim begonnen. 5000 Polizisten hätten die Situation wieder unter Kontrolle bringen können, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Laut Foxconn wurden mehrere Menschen festgenommen und 40 Verletzte in Krankenhäuser gebracht.
Auslöser war laut Augenzeugen ein Streit zwischen einem Arbeiter und einem Wachmann. Ein Angestellter sagte der Nachrichtenagentur AP, die Beschäftigten seien bereits seit längerem wütend über ihre Behandlung durch Manager und das Wachpersonal. „Wir allen haben diese Wut auf sie und wollten Sachen zerstören, um unserem Ärger Luft zu machen. „Hua Kalen von der Arbeitsschutzorganisation China Labor Research in Hongkong hält diese Erklärung für plausibel. Gewalt gegen Arbeiter gehöre „geradezu zur Unternehmenskultur“, sagte er.
Foxconn ist mit etwa 1,2 Millionen Angestellten einer der größten Arbeitgeber Chinas, allein im Werk in Taiyuan arbeiten rund 79.000 Menschen. Das Unternehmen produziert iPhones und iPads für Apple, aber auch andere Computerprodukte für die Konkurrenz von Microsoft und Hewlett-Packard. In der Vergangenheit war Foxconn wegen der Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken in die Kritik geraten und hatte daraufhin einen höheren Mindestlohn sowie kürzere Arbeitszeiten zugesagt.