Hurrikan „Melissa“: Zahl der Toten steigt auf 50 – nun wappnet sich Bermuda
Baku, 31. Oktober, AZERTAC
Die Karibik hat den zerstörerischen Hurrikan „Melissa“ überstanden. Doch für eine endgültige Bilanz des gewaltigen Sturms ist es noch zu früh. Bei den Aufräumarbeiten stoßen die Helfer immer wieder auf Leichen. Allein auf Jamaika hat der Wirbelsturm mindestens 19 Menschen in den Tod gerissen. Diese offizielle Opferzahl wurde von Bildungs- und Informationsministerin Dana Morris Dixon bekanntgegeben.
Da aus Haiti weitere 30 Tote gemeldet wurden (darunter zehn Kinder) und dazu ein Opfer aus der Dominikanischen Republik, kamen den Angaben zufolge insgesamt mindestens 50 Menschen in der Karibik ums Leben. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Totenzahl noch weiter steigt. Allein in Haiti wurden zuletzt noch 20 Menschen vermisst.
Zwar befindet sich der Hurrikan inzwischen wieder über dem offenen Meer. Doch für eine Entwarnung ist es noch zu früh: „Melissa“ zieht – nun wieder leicht verstärkt als Hurrikan der Stufe 2 von 5 – auf die Inselgruppe Bermuda im Nordatlantik zu. Laut dem US-Hurrikanzentrum in Miami erreicht der Sturm anhaltende Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 Kilometern pro Stunde.
„Melissa“ war zuerst am Dienstag (Ortszeit) auf Jamaika getroffen – als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 und einer der stärksten Wirbelstürme im Atlantik seit Beginn der Aufzeichnungen. Extrem heftige Winde und Regenfälle lösten Sturmfluten aus und zerstörten zahllose Gebäude. Jamaikas Regierung erklärte die Insel zum Katastrophengebiet. Als der Sturm Kuba, die Bahamas und Haiti erreichte, hatte er sich bereits abgeschwächt.
Auch auf Kuba verursachte der Hurrikan große Verwüstung. Mehr als 735.000 Menschen waren nach Regierungsangaben zuvor in Sicherheit gebracht worden. Kuba hat knapp zehn Millionen Einwohner. Betroffen war der Osten des Landes.
Katastrophenalarm in Jamaika – „Melissa“ hatte auf Jamaika Häuser und Straßen beschädigt, ganze Gebiete überflutet und mehr als 530.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Angesicht der schweren Schäden erklärte die Regierung die Karibikinsel am Mittwoch zum Katastrophengebiet. „Diese Anordnung gibt der Regierung die Handhabe, um unsere Reaktion auf Hurrikan ›Melissa‹ zu koordinieren“, schrieb Ministerpräsident Andrew Holness bei X.
Der Sturm hatte Jamaika am Dienstag als Hurrikan der höchsten Kategorie fünf mit Windböen von bis zu 295 Kilometern pro Stunde erreicht. „Melissa“ brachte Sturmfluten, zerstörerische Winde und heftige Regenfälle mit sich. Über Land schwächte er sich dann etwas ab.
Die Streitkräfte riefen neben den regulären Soldaten auch Reservisten zum Dienst ein, um bei Rettungsarbeiten zu helfen, wie die Zeitung „The Gleaner“ berichtete. „Unsere Truppen, einschließlich der Reserve, werden vor Ort sein, um Hilfsmaßnahmen zu unterstützen, Gemeinden zu schützen und wichtige Versorgungsleistungen so schnell wie möglich wiederherzustellen“, sagte der amtierende Militärchef O’Neil Bogle.