Mehrere Tote nach Erdbeben im Norden von Afghanistan
Baku, 3. November, AZERTAC
Ein Erdbeben der Stärke 6,3 hat den Norden Afghanistans erschüttert. Der Erdstoß ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS in der Nacht zum Montag nahe der Stadt Masar-i-Scharif in der Provinz Balch in einer Tiefe von 28 Kilometern unter der Erdoberfläche. Zunächst hatte die USGS die Tiefe mit zehn Kilometern angegeben, dies später jedoch kurz darauf korrigiert.
Nach bisherigem Stand kamen mindestens sieben Menschen um Leben, mehr als 150 wurden verletzt. Es ist jedoch zu befürchten, dass diese Zahlen noch steigen werden. Das Beben war bis in die rund 300 Kilometer entfernte Hauptstadt Kabul zu spüren.
Die örtlichen Behörden veröffentlichten Notrufnummern für betroffene Bürger. In Masar-i-Scharif rannten viele Menschen aus Angst, ihre Häuser könnten einstürzen, mitten in der Nacht auf die Straße, wie ein AFP-Korrespondent berichtete.
Immer wieder bebt die Erde am Hindukusch - Erst Ende August waren bei einem Beben der Stärke 6,0 im Osten Afghanistans mehr als 2200 Menschen ums Leben gekommen. Vor zwei Jahren starben bei einem Beben in der Region um Herat nahe der Grenze zu Iran mehr als 1500 Menschen, mehr als 63.000 Wohnhäuser wurden damals zerstört.
Immer wieder gibt es schwere Erdbeben in der Region, wo die Arabische, die Indische und die Eurasische Platte aufeinandertreffen. Bei einer Erdbebenserie am 7. Oktober 2023 kamen in Afghanistan nach Angaben der Uno mehr als 1500 Menschen ums Leben – viele weitere wurden verletzt. 2022 starben in dem Land am Hindukusch bei einem Beben nach Taliban-Angaben mehr als 1000 Menschen. Nach jahrzehntelangen Konflikten und wegen der oft schlechten Bausubstanz sind viele Häuser in Afghanistan nicht sonderlich stabil. Erdbeben richten daher oft große Schäden an.
Seit dem Jahr 1900 wurden laut dem British Geological Survey allein zwölf Beben mit einer Stärke von über 7,0 gemessen.