Nordkoreas Armeechef wegen „Krankheit“ entlassen
Baku, den 16. Juli (AZERTAG). Nordkorea hat mit Ri Yong-ho einen der ranghöchsten Militärs des Landes entlassen - angeblich aus gesundheitlichen Gründen. Er galt als Vertrauter des verstorbenen Machthabers Kim Jong-il.
Nordkoreas Armeechef Ri Yong-ho ist überraschend all seiner Aufgaben entbunden worden. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA gab am Montag gesundheitliche Gründe für diesen Schritt an.
Die südkoreanische Regierung bezeichnete die Amtsenthebung Ris als „äußerst ungewöhnlich“, Experten deuteten sie als mögliche Folge von Machtkämpfen innerhalb der nordkoreanischen Führung.
Der Beschluss, Ri seiner Ämter zu entheben, sei am Sonntag bei einer Sitzung des Politbüros der nordkoreanischen Arbeiterpartei gefallen, berichtete KCNA. Grund sei dessen nicht näher genannte „Krankheit“.
Ri war seit 2009 Chef des Generalstabs der nordkoreanischen Streitkräfte. Er war zudem Vize-Vorsitzender der einflussreichen zentralen Militärkommission der Arbeiterpartei und Mitglied des Präsidiums des Politbüros der Partei. Von all diesen Posten wurde Ri nun entbunden, wie KCNA berichtete.
Ein Vertrauter des verstorbenen Kim Jong-il-Der Vize-Marschall galt als Vertrauter des verstorbenen Machthabers Kim Jong-il und begleitete diesen auf vielen seiner Reisen. Als Kim Jong-il im Dezember starb, war er einer von sieben ranghohen Vertretern aus Partei und Militär, die zusammen mit dem Sohn des Machthabers, Kim Jong-un, bei dem Trauerzug direkt neben dem Wagen mit dem Sarg liefen.
Der 69 Jahre alte Ri galt als eines der Mitglieder des engsten Führungszirkels in Pjöngjang, die Kim Jong Un bei der Übernahme der Macht begleiten und unterstützen würden. In den vergangenen Monaten wurde Ri immer wieder an der Seite von Kim Jong-un gesehen, etwa bei Besuchen der Streitkräfte. Er begleitete Kim Jong-un auch auch bei einer Gedenkzeremonie zum Todestag von dessen Großvater Kim-il Sung am 8. Juli.
Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums in Seoul sagte am Montag, die Situation in Nordkorea werde „mit Interesse“ verfolgt. Weitere Angaben wollte er nicht machen.