Rotes Kreuz evakuiert einen Teil seiner Mitarbeiter aus Syrien
Baku, den 27. Juli (AZERTAG). In der syrischen Stadt Aleppo wird die Situation immer dramatischer. Am Mittag zog das Internationale Rote Kreuz seine Mitarbeiter aus der Großstadt ab - weil es dort zu gefährlich ist. Auch aus anderen Regionen des Landes flüchten die Helfer. Das Internationale Rote Kreuz (IRK) evakuiert einen Teil seiner Mitarbeiter aus Syrien. Die Helfer würden nach Beirut gebracht, sagte ein Sprecher am Freitag in Genf. „Die instabile und gefährliche Lage in mehreren Teilen des Landes hat das IRK dazu veranlasst, einen Teil seiner Mitarbeiter zeitweise aus Syrien herauszubringen.“ Ein kleines Team werde seine Arbeit in der Hauptstadt Damaskus fortsetzen. Auch die Organisation Syrischer Halbmond habe einen Teil seiner Hilfsaktionen in Aleppo eingestellt.
Beobachter fürchten eine Ausweitung der Kämpfe in Aleppo. Syrische Rebellen und Regimetruppen formieren sich nach tagelangen Kämpfen um die Metropole für die entscheidenden Gefechte. Die Rebellen in der Drei-Millionen-Einwohner-Stadt bereiteten sich am Freitagmorgen auf den angeblich kurz bevorstehenden Angriff von Bodentruppen vor, mit dem die Regierung Aleppo zurückerobern will.
Die USA warnten vor einem Massaker im Wirtschaftszentrum Syriens. Washington habe ernste Bedenken wegen der Panzer und Kampfflugzeuge, die in den Gefechten eingesetzt werden, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, am Donnerstag. Bewohner würden zu Tausenden aus der Stadt fliehen, sagte Nuland weiter. Die Offensive in Aleppo bezeichnete sie als „verzweifelten“ Versuch der Regierung, die schwindende Kontrolle im Land wiederzuerlangen.
Auch Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay appellierte am Freitag sowohl an die Armee als auch an die Rebellen, die Zivilisten in Aleppo zu verschonen.
In den vergangenen Tagen hatten Regierungstruppen den Rebellen zufolge die Stadt mit Artilleriefeuer sowie mit Kampfhubschraubern und -flugzeugen angegriffen.
Von unabhängiger Seite lassen sich die Angaben der Bürgerkriegsparteien nicht überprüfen, weil Medien in Syrien nur äußerst eingeschränkt arbeiten können.